Was einem Ausländer in Deutschland passieren kann (DEUTSCH)

Aus dem Schnellzug Rom—München steigt Roberto S., von Kopf bis Fuß ein Römer. Als er durch die Sperre geht, sagt der Beamte: „Du geben Fahrkarte." Roberto gibt sie ihm. Beim Zeitungsstand in der Bahnhofshalle verlangt er „Il Tempo". Da beginnt der Verkäufer heftig zu gestikulieren: "Nix mehr da, 11 Tempo, aus! Du nehmen andere Zeitung?" „Ja", sagt Roberto und zeigt auf den Messaggero. „Du zahlen", sagt der Verkäufer und macht die Geste mit Daumen und Zeigefinger. Roberto zahlt.
Im Zigarettenladen hat er nur einen Hundertmarkschein. Das Mädchen hinter dem Ladentisch sucht nach Wechselgeld und sagt freundlich lächelnd: „Sie haben gegeben 100 Mark. Sie also kriegen 98 Mark retour, Sie verstehen? Da. Sie prüfen, ob nix falsch, Sie bitte zählen." Roberto zählt nach und geht.
Er geht auf einen Ausschank zu, denn er hat Durst. Mit seinem Bier in der Hand sucht er einen Platz an den kleinen Stehtischen. Ein alter Trinker neben ihm heißt ihn herzlich willkommen. "Geh her, gell, so a Bier ist molto bessa als euer vino." Der Alte versteht nicht, daß der Fremde so schnell austrinkt und geht. "Nix Zeit — nix gut!" ruft er ihm enttäuscht nach.
Vor dem Südausgang stehen die Taxis. Hier ist man nicht so nett. Ein junger Mann rempelt den Italiener an: "Du warten, ich dran." Endlich hat auch Roberto einen Wagen. "Du weit fahren? Du wollen wohin?" bemüht sich der Fahrer um seinen Gast. „Ins Hotel Atiantik, bitte-, sagt Roberto fast ohne jeden Akzent.
„Mamma mia"„ denkt er. "was für ein Volk, diese Deutschen. Nicht einer, der seine eigene Muttersprache auch nur halbwegs beherrscht."
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